Qualitäten und Defizite Älterer – Alles Vorurteile?

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AeltereDie meisten Unternehmensvertreter, mit denen ich gesprochen habe, schätzen die Fähigkeiten und Fertigkeiten älterer Arbeitnehmer. Gleichzeitig erhalten jüngere Mitarbeiter häufig den Vorzug, wenn es eine Stelle zu besetzen gilt. Auch Prof. Dr. Christian Stamov-Roßnagel  von der Jacobs University Bremen meint: Ältere verfügen über Wissen und Erfahrung. Geschätzt sind sie vor allem auch wegen ihrer Loyalität, ihrer Zuverlässigkeit, ihrer Fähigkeit zu vermitteln und ihrem Blick fürs Wesentliche. Das Generationen Netzwerk Deutschland hat nachgefragt, was es mit den Qualitäten Älterer auf  sich hat und welche Rolle Vorurteile dabei spielen…

So erklärt etwa Christian Harms, Geschäftsführer von dm-drogerie markt  für den Bereich Mitarbeiter: “Wo wir unsere Mitarbeiter einsetzen, machen wir nicht von ihrem Alter abhängig, sondern von den persönlichen Fähigkeiten und Neigungen. Entscheidend sind die individuellen Wesenszüge der Menschen, die müssen wir anerkennen und mit ihnen umgehen.”

Kerstin Griese hingegen, Pressesprecherin vom Studienkreis, einem bundesweit tätigen Nachhilfeanbieter, beobachtet mitunter etwas anderes: Altersbilder sind ein Grund für die Zurückhaltung mancher Arbeitgeber bei älteren Bewerbern und Mitarbeiter: „Vielfach herrscht das Vorurteil, dass ältere Mitarbeiter nicht mehr so flexibel seien und nichts Neues mehr lernen wollten.“ Sie selbst kann dies nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Wir haben einige Studienkreisleiterinnen, die sogar schon über 65 Jahre sind und trotzdem einen Topjob machen.“

Auch Stamov-Roßnagel, Autor des Buches „Mythos ‚alter‘ Mitarbeiter“, bestätigt das Bild, das Kerstin Griese häufig beobachtet: „Mangelnde Lernfähigkeit, mangelnde Flexibilität, Widerstand gegen Veränderungen“, seien in erster Linie Zuschreibungen. „Gleichwohl wird der Glaube an den Altersabbau zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Die jugendzentrierte Arbeitskultur mit Lernentwöhnung für über 40-Jährige tut das Ihre, diese Prophezeiung scheinbar zu rechtfertigen.“

Darüber, dass für eine begrenzte Einsatzfähigkeit Älterer neben den Altersbildern auch vielfach eine hohe Belastungssituation ausschlaggebend ist, haben wir bereits vor einiger Zeit berichtet.

Drei spannende Filme über «Altersbilder in der Arbeitswelt» sind übrigens im Rahmen der NRW- Landesinitiative «Junge Bilder vom Alter» im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW (MGEPA) produziert worden. Einen Film über das Selbstbild älterer Mitarbeiter und den Blick der Unternehmensleitung auf Ältere im Chemieunternehmen BASF  finden Sie als Arbeitsprobe auf konzeptmedia4.de.

>> Zur ausführliche Version dieses Artikels auf gndev.de

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3 Kommentare

  • Wilfried Krause

    Sehr geehrte Damen und Herren.
    Mit Interesse habe ich Ihren Artikel \”Qualitäten und Defizite Älterer – Alles Vorurteile?\” gelesen und fühle mich angesprochen. Mit 56 Jahren bin ich seit längerer Zeit auf Arbeitssuche und habe jede Gelegenheit zur Weiterbildung genutzt. Als Bauingenieur absolvierte ich in den letzten drei Jahren eine Ausbildung zum Pharmareferenten mit IHK-Abschluss, eine entsprechende Zulassung in Österreich, einen Abschluss im Bereich Bildgebende Messverfahren und Nanotechnologie und einen Lehrgang \”Projektmanagement\”.
    Ergänzend arbeitete ich als Praktikant im Bereich Arzneiforschung. Auch realisierte ich zwei Projektarbeiten in Sachsen-Anhalt zum Status Quo der Nanotechnologie.
    UND ALLES HAT VIEL SPASS GEMACHT! Und alle Arbeitszeugnisse und Beurteilungen waren überdurchschnittlich gut!
    Nun sind die Menschen nicht alle gleich. Für mich jedenfalls ist das Argument \”Ältere wollen nicht Neues lernen\” ein absolutes Vorurteil.
    Ähnlich verhält es sich mit der Flexibilität. Da ich keinerlei familiäre Verpflichtungen habe, kann ich jederzeit, an jeden Ort umziehen.
    Doch auch hier gilt sicher, dass nicht alle Menschen die gleichen Einstellungen und Voraussetzungen für einen Neustart haben. Ich glaube schon, dass man an dieser Stelle mit einer pauschalen Aussage etwas vorsichtig sein sollte.
    Abschließend noch zum Fachkräfte-Blog: Die Idee ist natürlich großartig und besonders die Klein- und Mittelständischen Unternehmen wird Ihr Angebot freuen. Nun bin ich kein Arbeitgeber, kann mir aber vorstellen, dass eine Datenbank mit Initiativ-Bewerbungen gleichfalls wichtig und interessant wäre. Habe ich diese Möglichkeit übersehen, ist sie noch geplant oder will ein Arbeitgeber, welcher unter Fachkräftemangel leidet, auf diese Möglichkeit an zentraler Stelle sein Personalproblem zu lösen verzichten?

    Mit freundlichem Gruß

    Wilfried Krause

    1. Juli 2011
    • Patrick Grossheim

      Sehr geehrter Herr Gruber,

      vielen Dank für Ihre ausführliche Rückmeldung. Das Thema des Eintrags habe ich bewusst provokant formuliert. Sicher müssen wir solche Befunde immer differenzieren. Wir freuen uns über Ihre positive Einschätzung des Blogs und finden Ihren Vorschlag einer Bewerberbörse interessant. Der Blog hat zunächst sicher eine etwas andere Zielstellung, nichtsdestotrotz nehmen wir Ihren Vorschlag ernst.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Stellensuche, mit freundlichen Grüßen,
      Patrick Großheim

      1. Juli 2011
  • Ich denke man kann dieses Thema nicht so verallgemeinern.Dazu sind die Unterschiede
    zwischen den Menschen einfach zu gross.Defizite im Alter machen ältere Leute mit Erfahrung wieder gut.

    1. Januar 2012

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