Über Burnout und Stresskompetenz
Erschöpfungssyndrom, Anpassungsstörung, Depression, Belastungsstörung, Burnout. Die Volksleiden der modernen Gesellschaft haben viele Namen, kann man auf Spiegelonline lesen. Die WHO hat beruflichen Stress zu “einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts” erklärt. Nach Björn Engholm, ehemaliger Vorsitzender der SPD, steht und fällt vieles mit der Führung… und mit den „Geführten“.
„Die Zahlen sind alarmierend: 2010 landeten über doppelt so viele Menschen wegen Depressionen im Krankenhaus wie zehn Jahre zuvor. Das zeigt ein neuer Report der größten Krankenkasse Barmer GEK. Oft kann den Leidenden nicht wirklich geholfen werden – die Rückfallquote ist enorm hoch“, berichtet Spiegelonline. Auch Björn Engholm, heute Beiratsvorsitzender bei CarpeDiem24, einer Firma, die Mitarbeiter und Führungskräfte in Fragen psychischer Gesundheit berät, kennt die Schuldigen: Globalisierung, Informatisierung und damit verbunden der Wettbewerb der Standorte.
Dabei sei Burnout erst mal ein Problem für die Führungskräfte. „Aber allzu oft wird diese Verantwortung einfach nach unten delegiert. So stehen die Mitarbeiter unter dem Druck, dafür zu sorgen, dass dieses differenziertere System funktioniert und Renditen abwirft. Und damit kriegen die Leute in der zweiten, dritten oder vierten Ebene weit mehr auf den Kopf als früher. Sie haben aber fast alle nicht gelernt, damit umzugehen“, erklärt Engholm. Hinzu kommen nach den Beobachtungen von Engholm abnehmende soziale Bindungen, wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen.
Ein Lösungsweg schlägt der persolog-blog vor. Gefordert sei der Aufbau von Kompetenzen im Stressmanagement bei allen Mitarbeitern. Denn nicht nur der Führungsstil, sondern auch die zunehmende Komplexität und Vielseitigkeit von Aufgaben können ursächlich für Stress und Burnout sein.
Im Rahmen des Projektes Rationalisierungsstrategien im demografischen Wandel (stradewari) geht es über Stressmanagement hinaus um einen weiteren Begriff von Gesundheitskompetenz. Also die Fähigkeit des Einzelnen, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken – zu Hause, am Arbeitsplatz, im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft ganz allgemein. Das Continental Werk Frankfurt plant beispielsweise für diese Jahr Seminare zu „Gesund im Schichtbetrieb“, „Fit und gesund 50+“, „Stresskompetenz“ oder „Burnout – Nein Danke“. Sie sind eingeladen, den Verlauf des Projektes auf stradewari.de zu verfolgen.
Tipps zur Stressbewältigung für Führungskräfte bietet der Artikel meines Kollegen Dr. Thomas Hoffmann auf dem Personalkompendium perso-net . Haben Sie sich beispielsweise schon gefragt, welchem Führungsideal Sie folgen?
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