Was fehlt: eine Willkommenskultur

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Reise, AuslandAuch wenn die Meinungen über den Zuzug von ausländischen Fachkräften zur Deckung der Mitarbeiterbedarfe auseinandergehen. So ganz ist eigentlich niemand gegen eine gesteuerte Zuwanderung. Selbst Gewerkschaftschef Sommer spricht sich in einem Interview mit welt.de  dafür aus, dass sich die deutsche Wirtschaft um arbeitslose Jugendliche aus dem EU-Ausland bemühen solle. Nur kommt kaum jemand: 2009 machten weniger als 700 von der Hochqualifizierten-Regelung Gebrauch. Laut Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger habe das überhaupt nichts mit fehlenden Jobs zu tun. „Deutschland wirkt auf Talente schlicht nicht attraktiv genug,“ so der Experte gegenüber der Wirtschaftswoche

Die Gründe für diese negative Bilanz seien ganz andere: „In Deutschland fehlt zum einen eine Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte. Zum anderen wird Menschen anderer Herkunft, die schon lange bei uns leben, oft Wertschätzung und Einbindung verweigert.“  Auf die Frage, wie dieser Trend umzukehren sei, bezieht sich Sattelberger auf den Soziologen Richard Florida. Es seien in erster Linie drei Faktoren, die Regionen für Spitzenleute attraktiv machen: Technologie, Talent und Toleranz. Es gehe also um attraktive Technologiecluster aus Informationstechnologie, Medien, Biotech und Entertainment und einem attraktiven Umfeld für neue Spitzenkräfte. Gemeint sind Ärzte, Lehrer, Künstler, Pflege- und Betreuungsexperten, die sich um diese Technologie-Cluster ansiedeln. Denn Talente ziehen Talente an.

Das funktioniert aber nur, wenn unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Lebensentwürfe nicht nur toleriert werden, sondern ihnen die Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglicht wird. Paradebeispiel dafür sei laut Sattelberger die deutsche Großstadt München. Dort gäbe es eine Fülle strategischer Kooperationen zwischen Spitzen-Universitäten und Unternehmen wie Siemens oder BMW, die eingebettet sind in eine ausgezeichnete medizinische Infrastruktur und eine lebendige Kulturszene.

Zwar komme kein Talent an einen Ort ohne gute Kindergärten, Schulen oder kulturelles Angebot. Aber es falle einem indischen IT-Spezialisten oder einer rumänischen Betriebswirtin wesentlich leichter, sich für ein Unternehmen zu entscheiden, wenn sie in der Kantine nicht als Exoten behandelt würden.

>> Informationen zur internationalen Personalsuche und der Gestaltung einer Willkommenskultur finden Sie auch auf der Website der Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung

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Ein Kommentar

  • Philipp Kortig

    Beispiel für die fehlende Willkommenskultur in Deutschland ist auf jeden Fall auch die Pflegebranche. Vielen ist das vielleicht nicht bekannt, aber unzählige Fachkräfte werden aus Osteuropa nach Deutschland gebracht, um die Senioren als 24 Stunden Betreuung zu pflegen. Den Anschluss an die deutsche Kultur bekommen sie jedoch oft nicht. Es wird sich zeigen, ob sich die Kultur dahingehend ändern kann. Philipp

    17. Februar 2012

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