Ausbildung mit über 50?

1

Wer Fachkräfte sucht, ist gut beraten, die Zielgruppen anzusprechen, unter denen es noch große ungenutzte Potenziale gibt: seien es Studienabbrecher, Menschen mit Migrationshintergrund, Ältere oder Un- und Angelernte. Wäre es nicht klug, Maßnahmen aufzusetzen, die in der Lage sind, diese Potenziale zu vergrößern? Eine innovative Idee könnte es sein, sich gezielt um die Ausbildung älterer Arbeitsloser zu bemühen…

„Über 50-Jährige ab in die Lehre?“  titelt derwesten.de und zitiert Wolfgang Draeger, operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur Oberhausen: „Angesichts eines angestrebten deutlich späteren Renteneintritts von 67 Jahren hätten die künftigen 50-jährigen ja noch ein 17-jähriges Arbeitsleben vor sich – da zahlten sich die Kosten einer völlig neuen Ausbildung aus.“. Oberhausens Arbeitsagentur-Chef Heinrich Lehnert ergänzt: „Die Zahl der Berufe, in denen es Engpässe gibt, nimmt zu. Künftig wird die Lage für die Arbeitnehmer immer günstiger, für die Arbeitgeber schlechter.“ Dabei suchen in Oberhausen noch etwa 12.400 Menschen eine Arbeitsstelle.

Und natürlich liegt es nahe, sich um die Zielgruppe der formal nicht qualifizierten zu bemühen. Unter Berufung auf die Ergebnisse des BIBB erkennt personalwirtschaft.de : „Circa jeder siebte Erwerbstätige hat keinen beruflichen Abschluss. Ungelernte sind deutlich häufiger in geringfügigen Arbeitsverhältnissen anzutreffen als ausgebildete Fachkräfte. Auch konzentrieren sie sich auf nur wenige Berufsfelder.“ Und schließlich liege das Risiko, arbeitslos zu werden, bei Ungelernten – also nicht formal qualifizierten Menschen, die weder eine duale oder schulische Berufsausbildung noch einen Fachhochschul- oder Hochschulstudium haben – etwa dreimal so hoch wie bei Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Gegenmaßnahmen sieht das BIBB aber vorrangig in der berufsbegleitenden Weiterbildung: „Es gelte, die vorhandenen oder informell erworbenen Kompetenzen dieser Zielgruppe besser zu erfassen und systematische Qualifizierungen darauf aufzubauen. Notwendig seien Qualifizierungskonzepte “von unten nach oben”. So könnten bislang ungelernte Arbeitnehmer durch möglichst betriebsnahe Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu Fachkräften aufsteigen.“

Vergessen sollte man dabei aber nicht die Voraussetzungen, was auch Lehnert gegenüber derwesten.de bemerkt: „Viele über 60-Jährige arbeiten schon heute nicht mehr, weil sie gesundheitlich nicht mehr können.“

Daher werden Maßnahmen der Gesundheitsförderung, wie man sie etwa bei Katjes umsetzt , künftig immer wichtiger: Ergonomie-, Ernährungsberatung, Gesundheits-Check, Cardioscan, Fitnesstests, Anschaffung von Hebebühnen und Vakuumhebern, Umstellung der Sackware auf kleinere Gebinde, Einrichtung von Klimaschleusen sowie die Anschaffung einer neuen Entlüftungsanlage, um Zugluft zu verhindern, kostenfreie Wasserspender, Einrichtung von Leichtarbeitsplätzen, Verbesserung der Arbeitskleidung, Teilnahme an Firmenläufen, jährliche Grippeschutzimpfungen, regelmäßige Schulungen am Arbeitsplatz zum Beispiel zum rückengerechten Verhalten und Sitzschulungen am Büroplatz mit Bildschirm. Ferner befragt das Gesundheitsinstitut regelmäßig die Mitarbeiter, was am Arbeitsplatz verbessert werden könnte. Vielleicht ist dort auch für sie etwas passendes dabei.

<< Zurück

Ein Kommentar

  • Reinhard Bogen

    Sehr geehrter Herr Großheim,
    vielen Dank für Ihren Artikel. Ich bin selbst über 50 und interessiere mich sehr für eine Weiterbildung. In der Universität meiner Heimatstadt wird ein Programm angeboten, dass Studieren ab 50 heißt. ([url=http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Studium/Studiengaenge/Weiterbildende%20Studien/Studieren50/index.html]Studieren ab 50/Uni Bielefeld[/url]) Ich denke, auch in anderen Großstädten gibt es diese Möglichkeit. Auch Umschulungen sollten im gehobenen Alter öffentlichkeitswirksamer werden. Fachkräftemangel, was Sie in einem anderen Artikel erwähnt hatten, ist ein wichtiges Indiz einer möglichen Neuorientierung. Reizen tut mich auch eine Umorientierung in den Pflegebereich ([url=http://www.pflege.de/jobportal]Jobs in der Pflege[/url]) Diese sind, auch wenn nicht erwartet, auch für die älteren Semester noch offen. Ich freue mich auf die Potentiale, die noch vor mir liegen.
    Grüße,
    Reinhard

    15. Februar 2012

Diesen Beitrag kommentieren

Name*

E-Mail (wird nicht veröffentlicht)*

Website

Ihr Kommentar*

Sicherheitsabfrage*
Reload Image

Senden